Umzug von Deutschland in die Schweiz: die Impfungen deines Kindes
Die Schweiz impft gegen fast dieselben Krankheiten wie Deutschland, aber teils früher, mit ein paar zusätzlichen Empfehlungen und ohne Masern-Impfpflicht. Was du für dein Kind wissen musst.
So ist der Schweizer Impfplan aufgebaut
- Der Impfplan von BAG und EKIF unterscheidet Basisimpfungen (für alle empfohlen) und ergänzende Impfungen (für alle, die sich zusätzlich schützen möchten).
- Zu den ergänzenden Impfungen gehören zum Beispiel Meningokokken B, Meningokokken ACWY und Rotaviren. Windpocken und HPV (11–14 Jahre) sind Basisimpfungen.
- Keine Impfpflicht: Impfen ist in der Schweiz freiwillig. Einen gesetzlichen Masernnachweis für Kita oder Schule wie in Deutschland gibt es nicht.
- Kosten: Impfungen, die die Grundversicherung übernimmt (Art. 12a KLV), sind seit 1. Januar 2026 von der Franchise befreit. Ob das für eine bestimmte ergänzende Impfung gilt, fragst du am besten deine Krankenkasse.
Die wichtigsten Unterschiede
| Deutschland (STIKO) | Schweiz (Impfplan 2026) | |
|---|---|---|
| Masern, Mumps, Röteln, Windpocken | 11 und 15 Monate | 9 und 12 Monate |
| 6-fach-Impfung | 2, 4, 11 Monate | 2, 4, 12 Monate |
| Meningokokken B | 2, 4, 12 Monate | 3, 5, 12–18 Monate, zusätzlich im Jugendalter (ergänzend) |
| Meningokokken ACWY | einmal mit 12–14 Jahren | 12–18 Monate und 11–15 Jahre (ergänzend) |
| Auffrischung Kleinkind | Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten mit 5–6 Jahren | Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio mit 4–7 Jahren |
| Auffrischung Jugend | Tdap-IPV mit 9–16 Jahren | dTpa mit 11–15 Jahren |
| HPV | 9–14 Jahre | 11–14 Jahre |
Was dein Kind nach dem Umzug brauchen könnte
- Meningokokken ACWY im Kleinkindalter. In Deutschland gibt es diese Impfung erst mit 12–14 Jahren. In der Schweiz wird sie mit 12–18 Monaten empfohlen und bis zum 5. Geburtstag nachgeholt.
- Meningokokken B im Jugendalter. Die Schweiz empfiehlt sie zusätzlich für Jugendliche, mit Nachholimpfung bis zum 20. Geburtstag.
- Masern, Mumps, Röteln, Windpocken: Kein Nachholbedarf, wenn dein Kind beide deutschen Dosen hat. Die Schweiz impft nur früher.
- Fehlende Dosen gegen Hib, Pneumokokken und Meningokokken B werden bis zum 5. Geburtstag nachgeholt.
Was mit dem deutschen Impfpass passiert
Nimm den Impfpass zum ersten Termin bei der Kinderärztin mit. So sieht sie, was schon gemacht ist und was nach dem Schweizer Plan noch fehlt.
So hilft VaxFile
Trag die Impfungen deines Kindes ein (oder scanne den Impfpass), stell das Land auf Schweiz um und sieh, was nach dem Schweizer Impfplan noch fällig ist. Das PDF kannst du beim Kinderarzttermin zeigen.
Quellen: BAG: Schweizerischer Impfplan 2026 · BAG, Franchisebefreiung ab 1.1.2026
Diese Seite vergleicht den STIKO-Impfkalender mit dem Schweizer Impfplan zur Information. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Impfungen dein Kind braucht, entscheidet deine Kinderarztpraxis.
Zuletzt mit den offiziellen Quellen abgeglichen: Oktober 2026.